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06.11.2017 13:18
Kategorie: Labor

Fachberater in Luxemburg

Alljährlich und heuer bereits zum dreißigsten Mal tagt die Arbeitsgemeinschaft der Fachberater für Imkerei (AFI) in einem anderen Land oder Bundesland - diesen Herbst in Luxemburg.


Verständlicherweise bildete daher die EU einen gewissen Schwerpunkt. Der Standort im Dreiländereck nahe Frankreich und Deutschland befand sich nur einen Katzensprung von Brüssel, dem Sitz des EU-Parlaments, entfernt. Diesem galt auch der Besuch, was die Möglichkeit eines Fachgespräches mit dem Südtiroler Europaabgeordneten Dr. Herbert Dorfmann und der deutschen Europaabgeordneten Ulrike Müller einschloss. Beide sind Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments.

Ganz praktisch zeigte sich die europäische Ausrichtung der AFI-Tagung am Neuzugang der Fachberaterin Baiba Tikuma aus Lettland. Neben den Beratern aller deutschsprachigen Länder inklusive Schweiz, nahmen auch Vertreter aus Dänemark und Tschechien teil. Verbindende Klammer ist die deutsche Sprache, die in Europa doch häufiger gesprochen wird als erwartet.

Eine Reihe von Vorträgen führte in den Bereich der Landwirtschaft. Dabei ging es um den Rapsanbau (Dr. Michael Eickermann (L)), die Bestäubungsimkerei (Marcel Strub (CH) und Konrad Czapiewski (D)) und ein „Beefirst“ genanntes Projekt, das u.A. Bienenverluste mit Landnutzung und Varroabehandlung verglich und Pflanzenschutzmittel in Pollen untersuchte (Dr. Marco Beyer (L)).
Intensiv beschäftigte man sich mit der Frage, wie sich soziale Medien in die Beratung der Zukunft einbinden lassen (Flemming Vejsnæs (DK)).

Eine Neue Homepage der Fachberater ist im Aufbau: www.imkerberater.eu und www.imkerberater.de . Über die Ausbildung von Biologielehrern für den Aufbau von Schulimkereien referierte Prof. Dr. Andrea Möller vom Lehrstuhl für Didaktik der Uni Trier (BeeEd-Gruppe).

Weitere Exkursionen galten den Berufsimkern Paul Jungels, der ganz begeistert seine Zuchtarbeit in Richtung Varroatoleranz (Varroa-Sensitive-Hygiene) vorstellte und Georges Gidt, der auf sein neu eingerichtetes Betriebsgebäude stolz sein darf. Er organisiert auch für die Luxemburger Imker die Herstellung von Mittelwänden aus eigenem Wachs. Das Problem Wachsverfälschung bildete auch einen weiteren Schwerpunkt, bearbeitet von Dr. Frank Neumann (D) und Andreas Schierling (D).

Robert Lerch (CH) stellte zum Schluss die Ausbildungsziele für Schweizer Imker vor, die dem Motto folgen: „Weniger ist mehr“.

Die AFI-Vorsitzenden Johann Fischer (D) und Susanne Wimmer (A) verabschiedeten die zufriedenen und wissen gesättigten Tagungsteilnehmer, nicht ohne sich sehr herzlich beim Fachberater vor Ort, Andreas Reichart zu bedanken, der sich mit der Organisationsplanung sehr viel Arbeit machte.

Armin Spürgin - Fachberater a.D.