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04.12.2018 08:16
Kategorie: Startseite

AFI-Beratertagung 2018 in Hechingen

Die letzten sommerlichen Oktobertage führten die Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Fachberater für Imkerei (AFI) nach Hechingen


Die letzten sommerlichen Oktobertage führten die Arbeitsgemeinschaft der deutschsprachigen Fachberater für Imkerei (AFI) nach Hechingen. Ihr Vorsitzender, Johann Fischer, Kaufbeuren, musste nur wenige abwesende Kolleginnen und Kollegen entschuldigen und der gastgebende Fachberater, Remigius Binder, Tübingen, hatte sich ein sehr abwechslungsreiches und interessantes Programm einfallen lassen. Begrüßt wurden die Teilnehmer von der Abteilungspräsidentin Landwirtschaft beim Regierungspräsidium (RP) Tübingen, Dr. Gabriele Reiser. Auch der Präsident des Landesverbandes Württembergischer Imker, Ulrich Kinkel reiste eigens an, die Teilnehmer in seinem Verbandsgebiet willkommen zu heißen.

 Neben vielen beratungsspezifischen Themen kamen auch imkerliche Fachthemen nicht zu kurz. Dazu stand nahezu die gesamte Kompetenz der Landesanstalt für Bienenkunde der Universität Hohenheim bereit. Deren Leiter, Dr. Peter Rosenkranz, klärte über den aktuellen Stand der Varroaforschung und möglicher Bekämpfungsstrategien auf. Dr. Annette Schröder stellte ein Projekt zur Herkunftsbestimmung von Honigtauhonig (Boogih-Projekt) vor, das 2019 leider schon wieder ausläuft. Dr. Klaus Wallner verwies auf Gefahren durch neue Insektizide.

Viele Kolleginnen und Kollegen trugen mit eigenen Beiträge zum fachlichen Austausch bei.

So präsentierte Andreas Platzer, Laimburg seinen neuen Varroafilm für Südtirol.

Dalibor Titera, Dol, Tschechien, berichtete über Erfahrungen zu einem Vorbeugeprojekt Amerikanische Faulbrut. Dirk Ahrens-Lagast, Uni Würzburg, sprach über eine Projekt klimaangepasster „Bienenbäume“ und ihre Eignung für Insekten. Das Thema Insekten bewegte auch Hannah Weniger, RP Tübingen und Leon Wurz, RP Stuttgart die ihre neuen Aufgaben im Rahmen der Diversitätsstrategie Baden-Württemberg (Stichwort: Stopp dem Insektensterben) vorstellten. Johann Fischer, Kaufbeuren gab einen interessanten Reisebericht über Georgien, das er im Rahmen eines EU-Honigprojektes besuchte.

Außerdem befasste sich das Kollegium mit Pyrrolizidinalkaloiden und Pflanzenschutzmitteln in der Pollenanalytik (Dr. Andreas Schierling, Tiergesundheitsdienst Bayern) und alternative Nutzung von imkerlichem Equipment (Gerhard Müller-Engler, Erlangen). Alle Teilnehmer waren gefordert beim Erfahrungsaustausch zu Multiplikatorenschulungen (Einführung Bruno Binder-Köllhofer, Freiburg) und bei der Weiterentwicklung einer Berater-Homepage (Einführung Flemming Vejsnæs, Dänemark) und zur Frage, wie mit dem Chronischen Bienen Paralyse Virus als Auslesekriterium in der Zucht umgegangen werden soll.

Eine Exkursion führte in die Lehr- und Versuchsimkerei Fischermühle in Rosenfeld. Imkermeister Norbert Poeplau, der durch den Betrieb führte, blieb auf die vielen kritischen Fragen keine Antwort schuldig. Weiter ging die Reise zu den Rutenstülpern und Klotzbeuten des Campus Galli bei Meßkirch, einem Jahrhundertprojekt, den St. Galler Klosterplan mit mittelalterlicher Technik nachzubauen. Der abschließende Besuch galt der aufstrebenden Familienimkerei Thomas und Erwin Bücheler in Meßkirch-Langenhart.

Gut gerüstet für die bevorstehenden Beratungsaufgaben trennten sich die Teilnehmer einer sehr lehrreichen Fortbildung mit intensivem fachlichem und persönlichem Austausch.

Armin Spürgin