05.10.2009 00:00
Kategorie: Bio-Imkerei
Von: Marika Lummerstorfer

Die Honigbienen brauchen den Bio-Landbau

Grundsätzlich ist die Landwirtschaft - damit auch der Bio-Landbau - auf die Bienenhaltung angewiesen. Ohne Bienen würde die Bestäubung der Wild- und Kulturpflanzen nicht ausreichend stattfinden.


Dass wir Bienenhalter und die Honigbienen, natürlich auch die Wildbienen und andere Insekten, durch eine Ausweitung des Bio-Landbaues einige derzeitige Probleme nicht hätten, ist auch klar. Die Situation im Bergland mit überwiegender Grünlandwirtschaft ist immer noch einigermaßen gut für die Bienenhaltung. Besser ist es noch dort, wo Heuwirtschaft statt Silage betrieben wird. In den so genannten Intensivlagen schaut es ganz anders aus. Gerade der Maisbau und die damit verbundene Saatgutbeizung ist ein Beispiel für die Problematik. Die zunehmende Biogaserzeugung wird diesbezüglich einen weiteren Intensivierungsschub bringen.
 
Im Bio-Landbau gibt es auch Maisbau und gar nicht so wenig, hier ist die Fruchtfolge selbstverständlich und dadurch die Beizung nicht nötig. Die Unkrautbekämpfung geschieht mechanisch, giftiger Pflanzenschutz ist verboten. An diesem einen Beispiel ist schon ersichtlich, wie segensreich eine Ausweitung des Bio-Landbaues für unsere Schützlinge wäre. Jeder Imker wäre eigentlich verpflichtet, alles zu tun um dies zu fördern, sei es diese Meinung laut kundzutun oder Bio-Produkte für sich zu kaufen. Alles, was den Bio-Landbau fördert, muss getan werden, um eine Ausweitung voranzutreiben. Hier ist auch die Vertretung der Imkerverbände gefordert. Derzeit hört man dahingehend nicht viel oder gar nichts.
 
Man darf nicht vergessen, dass ein derzeitiges anderes Problem der Landwirtschaft durch eine Bio-Ausweitung sofort entschärft würde. Durch eine Reduzierung der Erzeugung von Milch und Getreide gäbe es bessere Preise, eine höhere Qualität und weniger Gift, damit auch weniger Aufwand auf unseren Feldern. Der damit verbundene Trinkwasserschutz wird in diesem Zusammenhang auch viel zu wenig erwähnt.

Die Qualitätssicherheit bei den Bienenprodukten

ist durch eine biologisch geführte Bienenweide absolut gegeben. Dies gilt auch für Wildpflanzen, Wald und ÖPUL-Flächen, soweit sie nicht mit Giften in Berührung kommen.
Dass wir uns bei der Haltung der Bienen an die Bio-Vorgaben halten sollen, ist selbstverständlich (Vorbild und Anwälte für eine intakte Natur)!

Meldungen aus Deutschland

Aus Deutschland erreichen uns Meldungen über große Schwierigkeiten im heurigen Sommer. Unter dem Titel "Honigbienen verhungern mitten im Sommer. Die Landschaft ernährt ihre Insekten nicht mehr", ruft Günter Friedmann in einer Presseerklärung dazu auf, endlich die Entwicklungen in der Landwirtschaft zu ändern. Die absurde Situation, dass z.B. die Bauern mit viel Aufwand immer größere Mengen an Milch zu immer niedrigeren Preisen produzieren müssen oder wollen ist ein Punkt, der sicher einer sofortigen Änderung bedarf. Dass es in diesem Zusammenhang derzeit immer weniger blühende Wiesen gibt, spüren unsere Bienen besonders.

Ich weiß, dass eine Veränderung in der Landwirtschaft (müsste europaweit geschehen) nicht so einfach voranzutreiben ist. Wenn aber alle Imker erkennen lassen, dass ihnen viel daran liegt, ausgedrückt durch Konsumverhalten und Meinungsäußerung, wird das sicher einen Einfluss haben. Die Imker versorgen auch Honigkunden, die dahingehend ebenfalls Interesse haben. Hier muss doch langfristig etwas zu machen sein!
 
Die Bienenhaltung ist wichtiger denn je. Die Grundlagen dafür dürfen nicht einer teilweise sinnlosen Ertragssteigerung geopfert werden.
 
Inhalt und Fotos: Hans Rindberger